„Stasi-Kinder“ – der Film

Thomas Tröbner wollte immer schon weg. Raus aus der Enge der DDR. Fünf Ausreiseanträge stellt er. Vergeblich: Als Sohn eines Stasi-Offiziers darf er nicht gehen. Schließlich wagt er die Flucht – und wird gefasst.

Rolf Tröbner sagt sich daraufhin von seinem Ältesten los, seine Frau Ruth hält aber weiter zu ihm. Das MfS drängt Oberstleutnant Tröbner, sich scheiden zu lassen. Eine Zerreißprobe für die ganze Familie – auch Jahre nach dem Mauerfall. Vor der Kamera erzählen Vater, Mutter und die Geschwister Thomas, Lutz und Sabine, wie sie den Konflikt erlebten.

Vera Lengsfeld ist 17, als ihr der Dienstausweis des Vaters in die Hände fällt. Ein Schock, den sie mit niemandem zu teilen wagt, erst recht nicht mit den Eltern. Je mehr sie am System zweifelt, desto heftiger werden die Auseinandersetzungen zu Hause. Später wird sie eine der bekanntesten Bürgerrechtlerinnen der DDR. Im Sommer 1989 kommt es dennoch zur Versöhnung zwischen Vater und Tochter.

Frank Neubert ist das bis heute nicht gelungen. Mit seinem Vater will er nichts mehr zu tun haben. „Er hat mir zu sehr weh getan“, sagt er.

Der Film „Stasikinder – Mein Vater war beim MfS“ von Ruth Hoffmann und Thomas Grimm hatte am 15. März 2012 im Rahmen von „Leipzig liest“ Premiere. Am 10. April 2012 wurde er zum ersten Mal im MDR ausgestrahlt.

Die DVD kann für 12,99 Euro bestellt werden bei www.zeitzeugen-tv.com




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Film-Besprechung: Am Tisch der Versöhnung - Download (PDF - 1 MB)

(SUPER-Illu, Heft 15/2012)